Gepflegter Größenwahn muss sein! Prinz Chaos II. ist deshalb über die Grenze von Bayern nach Thüringen geflohen und hat sich dort kurzerhand ein Schloss gekauft – weil das Land Bayern sich geweigert hatte, Schloss Neuschwanstein herauszurücken! Auf Schloss Weitersroda residiert der Liedermacher und Kabarettist seither als „Staatsunterhaupt“ mit einer wachsenden Zahl seiner „Obertanen“. Durch die Presse und die Talkshow „Stöckl“ des ORF 2, in der Prinz Chaos zu Gast war, ist er in Österreich kein Unbekannter mehr.

Ins „Aera“ kommt er mit seiner Mandoline, zwei Gitarren und einem Mundwerk, das die Schule einer alten Münchner Kabarettfamilie verrät (Künstlerkneipe Simplicissimus). Allerdings hält der königlich-chaotische Monarch die Grenze zwischen Kabarett und Liedermacherei für höchst entbehrlich. Er singt eine Strophe, erzählt eine Geschichte, singt noch zwei Strophen, haut wieder eine Pointe raus – und singt das Lied dann fertig! (Oder noch eines hinterher…) Aber kuriose Geschichten, Kampfreden über den Zustand der Welt, zärtliche Liebeslieder wie „… dass man sich wärmt in der Nacht“ und hochpolitische Songs wie „Giftzeit der Resignation“ gehören zum Repertoire. Das Antikriegslied „Soldatenliebe“ geht unter die Haut. Am Ende bringt Prinz Chaos seine Zuhörer dann zum Singen: „Frieden für die Welt“ – eine deutsche Übertragung von „We shall overcome“ – bildet den hochemotionalen Schlusspunkt eines unterhaltsam-turbulenten Abends, den man nicht so schnell vergisst.

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