Die Verdrahtung des Gehirns

Ao. Univ. Prof. Dr. Friedrich Propst

Max F. Perutz Laboratories, Vienna Biocenter

Das menschliche Gehirn enthält etwa 100 Milliarden Nervenzellen, die untereinander vernetzt sind. Sie sind verbunden durch dünne Leitungen, über die sie elektrische Signale austauschen können. Aber wie werden die richtigen Nervenzellen miteinander verbunden und falsche Verbindungen vermieden? Nur so kann ein funktionsfähiges Gehirn entstehen, das in der Lage ist, Informationen von den Sinnesorganen zu analysieren und den Bewegungsapparat und andere Körperfunktionen zu steuern. Als Molekularbiologe beschäftigt mich die Frage, welche Proteinmoleküle in der Nervenzelle zusammenspielen, um korrekte Verbindungen zwischen den Zellen aufzubauen. Dazu arbeiten wir mit Mäusen, mit isolierten Nervenzellen und mit den Proteinen selbst.

Denken Tiere? Konvergente Evolution von Intelligenz

Univ. Prof. Mag. Dr. Thomas Bugnyar

Department für kognitive Biologie, Universität Wien

Der biologische Ansatz zur Intelligenzforschung geht davon aus, dass kognitive Fähigkeiten, wie andere körperliche Funktionen, eine Anpassung an bestimmte sozio-ökologische Lebensumstände darstellen. ‘Intelligenz’ ist somit nicht rein auf den Menschen

beschränkt, sondern findet sich in unterschiedlichen Ausprägungen und Abstufungen im Tierreich. In diesem Vortrag werden die gängigsten Theorien zur Evolution von Kognition vorgestellt und anhand von ausgewählten Beispielen diskutiert. Ein Augenmerk wird hierbei auf die konvergente Evolution von Denkleistungen zwischen entfernt verwandten Arten gelegt, da dies Rückschlüsse auf die zugrunde liegenden Selektionsdrücke erlaubt.

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